8 – Wo der E.P. am besten funktioniert…

Echte Programmierer meiden Pascal (1-10,99,?,ende)?8

In welcher Umgebung der echte Programmierer am besten funktioniert?

Nun, dies ist eine sehr wichtige Frage für die Manager von Echten Programmierern. Wenn man bedenkt, wie teuer es ist, einen von ihnen im Betrieb zu halten, dann sollte man ihn oder sie in eine optimale Arbeitsumgebung versetzen.

Der typische echte Programmierer lebt von einem Computerterminal. Rund um dieses Terminal liegen Ausdrucke von jedem Programm, an dem er je gearbeitet hat, sie stapeln sich grob chronologisch geordnet auf jeder ebenen Fläche des Büros. Im Zimmer verteilt finden sich über ein Dutzend mit kaltem Kaffee mehr oder weniger gefüllte Tassen. Gelegentlich schwimmen Zigaretten darin herum, in einigen Fällen auch Reste von Orangenschalen.

Irgendwo liegen Kopien des OS JCL Manuals und der “Principles of Operation” an einer besonders interessanten Stelle aufgeschlagen herum, außer bei extrem guten Leuten. An der Wand klebt ein Schnelldruckerkalender mit Snoopy drauf, aus dem Jahre 1969. Über den Boden verteilt liegen Reste der Verpackungen von gefüllten Keksen (der Typ, der schon in der Fabrik so furztrocken ist, daß er auch bei längerem liegen im Automaten nicht schlechter wird).
Schließlich in der linken oberen Schublade des Schreibtischs, unter der Schachtel mit den Muntermachern, liegt eine Schablone für Flußdiagramme, die sein Vorgänger dort vergessen hat.
Echte Programmierer schreiben keine Dokumentation, das überläßt man den Typen von der Wartung.

Der Echte Programmierer ist in der Lage 30, 40, ja 50 Stunden in einem Rutsch zu arbeiten, und das unter hohem Zeitdruck. Genaugenommen mag er es so am liebsten. Schlechte Antwortzeiten regen den Echten Programmierer nicht auf – sie geben ihm die Chance, zwischen zwei Kommandos ein bischen Schlaf zu ergattern.
Wenn die Planung nicht genug Zeitdruck bereithält, dann tendiert der Echte Programmierer dazu, seine Arbeit herausfordernder zu machen, indem er sich die ersten neun Wochen mit einem kleinen, aber aber sehr interessanten Teil des Problem befaßt, um dann in der letzten Woche seine Aufgabe in zwei oder drei Marathonsitzungen zu beenden. Dies beeindruckt nicht nur den Manager, sondern schafft eine hervorragende Entschuldigung für das Fehlen der Dokumentation.
Und überhaupt: Kein Echter Programmierer arbeitet von 9 bis 5, außer denen von der Nachtschicht. Echte Programmierer tragen keine Schlipse. Echte Programmierer tragen keine hochhackigen Schuhe. Echte Programmierer kommen zur Arbeit, wenn andere zum Mittagessen gehen. Ein Echter Programmierer vergißt vielleicht den Namen seiner Angetrauten, aber niemals den Inhalt der gesamten ASCII– (oder EBCDIC-) Tabelle. Echte Programmierer können nicht kochen. Da Supermärkte um drei Uhr morgens selten geöffnet sind, müssen sie sowieso von Kaffee und Keksen leben.

9 – Ausblick

by Seòrsa MacLately