9 – Ausblick

Echte Programmierer meiden Pascal (1-10,99,?,ende)?9

Die Zukunft betrachtend machen sich ein Reihe von Echten Programmierern Sorgen, daß die jüngste Programmierergeneration nicht mehr mit der gleichen Lebensperspektive aufwächst, wie sie selbst. Viele der Jüngeren haben noch nie einen Computer mit einer Maschinenkonsole gesehen. Kaum ein Schulabgänger kann heute noch hexadezimal rechnen, ohne einen Taschenrechner zu benutzen.
Die Studenten von heute sind weich – geschützt von den Realitäten der Programmierung durch symbolische Debugger, Texteditoren, die Klammern zählen, und benutzerfreundliche Betriebssysteme. Und das Schlimmste ist, einige dieser angeblichen Computer-Spezialisten kommen zu Rang und Namen, ohne je FORTRAN zu lernen!
Sind wir also dazu verdammt, eine Industrie von UNIX-Hackern und Pascal-Programmierern zu werden?

Nun, aus meiner Erfahrung heraus, glaube ich behaupten zu dürfen, daß das Schicksal den Echten Programmierern wohlgesonnen ist. Weder OS/370 noch FORTRAN zeigen irgenwelche Symptome des Aussterbens, trotz aller Anstrengungen der Pascal-Programmierer. Selbst subtile Tricks wie das Hinzufügen strukturierter Schleifen zu FORTRAN sind fehlgeschlagen. Sicher, einige Hersteller liefern FORTRAN-77-Compiler, aber jeder einzelne von ihnen läßt sich über eine einzige Compiler-Option in einen FORTRAN-66-Compiler verwandeln – mit DO-Schleifen wie von Gott erschaffen.

Selbst UNIX scheint für den Echten Programmierer nicht mehr so schlecht zu sein wie früher. Die neueste UNIX-Version hat das Potential eines Betriebssystems, das eines Echten Programmierers würdig ist. Sie hat zwei verschiedene, leicht inkompatible Benutzer-Schnittstellen, einen geheimnisvollen und komplizierten Teletype-Treiber und virtuellen Speicher.
Und wenn der Echte Programmierer die Strukturierung ignoriert, kann er sich soger mit C anfreunden. Schließlich gibt es keine Typenbindung, Bezeichner sind sieben (zehn?acht?) Zeichen lang, und man hat Zeiger als Bonus.
Das ist, als hätte man die besten Teile von FORTRAN und Assembler vereint, von den Möglichkeiten des #define ganz zu schweigen.

Nein die Zukunft ist nicht völlig schlecht. So hat sich in den vergangenen Jahren die pupuläre Presse sogar über die clevere Brut von Computer-Schraten und -Hackern geäußert, die Plätze wie Stanford oder MIT zugunsten der Wirklichkeit verlassen haben. Allen Anzeichen nach lebt der Geist der Echten Programmierung weiter in diesen jungen Frauen und Männern.

Und solange es schlecht beschriebene Ziele, bizarre Fehler und unrealistische Zeitpläne gibt, solange wird es Echte Programmierer geben, die bereit sind einzuspringen und das Problem zu lösen, und die sich die Dokumentation für später aufheben.

Lang lebe FORTRAN

by Seòrsa MacLately